B2C vs B2B - zwei Produkte, zwei Welten
Was ich daraus gelernt habe, an einer Finanz-App und einer Arbeitssicherheits-Software beteiligt zu sein - B2C und B2B im direkten Vergleich.
Ich bin an zwei sehr unterschiedlichen Produkten beteiligt: Monetaz, eine Finanz-App für Privatpersonen, und AMS Go, eine B2B-Software für Arbeitssicherheit.
B2C: Gutes Marketing schlägt Features
Bei Monetaz war von Anfang an nicht die Funktionsliste das Wichtigste, sondern das anfangs sehr erfolgreiche Marketing. Durch die Erwähnung in einer Spiegel-Sendung sind die Registrierungen direkt in die Höhe geschossen. Auch die Zusammenarbeit mit Finfluencern hat sich als sehr wertvoll herausgestellt.
Natürlich muss eine gute Basisfunktionalität sichergestellt werden, aber die App muss nicht jedes kleine Feature oder jede kleine Anforderung jedes Endkunden umsetzen, um erfolgreich zu sein.
B2B: Vertrauen schlägt Features
Bei AMS Go kauft niemand spontan. Es geht um Prozesse, Verantwortung und im Zweifel um Haftung. Gerade bei einem Startup ist Vertrauen nicht selbstverständlich. Ein starkes Gründerteam hilft enorm, um diesen Argumenten entgegenzuwirken.
Bei einer B2B-Software sind Sonderwünsche von Kunden (oder potentiellen Kunden) deutlich gewichtiger als im B2C-Bereich. Einzelne - manchmal sehr kleine - Features können entscheidend sein, um einen wichtigen Deal abzuschließen.
Natürlich können nicht alle Wünsche sofort bearbeitet werden, daher ist es wichtig, dass glaubhaft vermittelt werden kann, dass solche Features zeitnah nachgeliefert werden.
Gemeinsamkeiten
In beiden Projekten war schon früh klar, dass nicht jede Kleinigkeit umgesetzt werden kann - die Größe des Teams reicht schlichtweg nicht aus, um z. B. in Monetaz kleinteilig jedes Depot verknüpfen zu können und detaillierte Übersichten über jede einzelne Aktienposition anzeigen zu können. Ebenso kann AMS Go nicht Arbeitssicherheit und gleichzeitig Qualitätsmanagement in einem abdecken.
In meiner Konzertvergangenheit hätte man das mit Painful Cuts betitelt. Ich finde hingegen, dass es enorm wichtig ist, beim Erstellen von Software darüber nachzudenken, ob es einen echten Mehrwert für das Produkt und die Kunden hat. Kunden haben in der Regel ein Problem und nicht die Lösung. Es ist wichtig, sich das Problem anzuhören und mit einer passenden Lösung - sowohl für den Kunden als auch das Produkt - zu antworten.
Mehr solcher Notizen in loser Folge - das hier ist schließlich auch ein Notizbuch mit Domain.